Die Skudde

Die Skudde gehört zu einer Gruppe Schafe, die schon seit sehr langer Zeit in Nordeuropa gehalten wurde und ist sehr ursprünglich. Die Skudde selbst hatte ihr Hauptverbreitungsgebiet in Ostpreußen und im Baltikum. Hier wurden sie auf extensiven Flächen gehalten und entwickelte sich zu einem extrem genügsamen Typ. Da sie aber dadurch auch sehr klein blieben, schien man eine intensive Zuchtarbeit für nicht lohnenswert zu halten. So kam es, dass sich die Skudden lange Zeit sehr uneinheitlich zeigten.

Schon Anfang des 20.Jahrh. war der ehemals große Skuddenbestand wesentlich zurückgegangen. Die Rasse verschwand einfach durch Verdrängungskreuzungen mit anderen Landschafen. Ab den 30er Jaren des letzten Jahrhunderts gab es kaum noch ursprüngliche Tiere. Am längsten sollen sie sich im Ursprungsgebiet in Masuren auf den kleinen bäuerlichen Höfen gehalten haben. Erhalten ist uns diese Rasse dadurch, dass der Tierpark Hellabrunn schon 1941 eine kleine Zuchtpopulation aufgenommen hatte. Von hier verbreitete sich die Rasse mit der Zeit wieder bei privaten, meist Hobbyhaltern.

Die Skudde ist ein genügsames, kleines Schaf. Die Gewichtszunahmen sind gering , dafür ist es aber auch extrem leichtfuttrig. In der langsamen Entwicklung liegt leider auch ein Problem mit dem heutigen Markt: Ein schlachtreifes Lamm ist auf Grund seiner Entwicklung aus einem Alter heraus, in dem man Schafe hier zulande als "Lämmer" verkaufen darf, obwohl das Skuddenlamm noch alle Anzeichen eines Lammes vorweist. Hier wird die Rasse heute extrem benachteiligt.

Aus der langen Entwicklungszeit ergibt sich dann auch, dass die Skudde spätreif ist. Sie zählt zu den mischwolligen Schafen, hat harte, gute Klauen, ist vital und wetterunempfindlich. Das Fleisch schmeckt wildbretartig.

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Text von vieh-ev.de